Knorpelschäden / Arthrose

Die sich gegeneinander bewegenden Knochenflächen eines Gelenks sind zur Verminderung der Reibung mit hyalinem Knorpelgewebe überzogen. Das Knorpelgewebe wird überwiegend durch die Gelenkflüssigkeit ernährt, in geringem Umfang auch durch den darunter liegenden Knochen. Es hat selbst keine Blutversorgung und keine Gefühls- oder Schmerznervenendigungen. Dem Knorpel fehlt weitgehend die Möglichkeit zur Selbstheilung.

Im gesunden Gelenkknorpel halten sich der lebenslang ständige Aufbau und Abbau die Waage. Vor allem die für die Härte des Knorpels verantwortlichen Fasersubstanzen (Kollagene) und die zwischen den Zellen eingelagerten wasserbindenden Moleküle (Proteoglykane, Aggrekan, Hyaluronsäure) besitzen eine nur begrenzte Lebensdauer und werden ständig von den Knorpelzellen nachgeliefert.

Störungen des Zellstoffwechsels werden vor allem durch mechanische Überlastung und durch entzündliche Vorgänge ausgelöst. Anhaltende oder schwere Schädigung führt bis zum Zelltod der sog. Chondrozyten, die im ausgereiften hyalinen Knorpelgewebe nicht mehr im nötigen Umfang ersetzt werden können.
Abbauprozesse können nun die Erweichung und damit noch geringere mechanische Widerstandsfähigkeit des geschädigten Knorpelgewebes zur Folge haben. Beschleunigt werden die Abbauprozesse durch jetzt zusätzliche arthrosebedingte Entzündungsvorgänge im Inneren des Knorpelgewebes.

 
 
Hyaliner Gelenkknorpel
(Histologischer Schnitt)




Gesunder Knorpel


Schwerer Knorpelschaden nach Meniskusentfernung
 

Entscheidende Anteile an der Auslösung dieser Entzündungsvorgänge haben erst kürzlich entdeckte sog. Mediatoren (Vermittlersubstanzen), wie das Interleukin 1 beta oder der Tumornekrosefaktor alpha. Es werden sog. Matrix-Metallproteasen freigesetzt, die die Zwischenzellsubstanzen weiter "verdauen" und in Bruchstücke zerlegen, die wiederum die Entzündung im Gelenk weiter anheizen. In diesem Stadium werden auch die Zellen der Gelenkschleimhaut in den Entzündungsprozess einbezogen. Der Patient spürt in diesem Stadium Überwärmung, beginnende Gelenkschwellung, Gelenkerguss und Bewegungs- und Belastungsschmerzen.

Knorpelschäden treten auf

  • durch Gewalteinwirkung, z.B. einen Unfall,
  • durch gehäufte sportliche Überlastungen (Serie von Minimalschäden),
  • bei angeborenen oder durch Unfall erworbenen Beinachsenfehlstellungen (X-Beine oder O-Beine, Fehlstellungen und Formveränderungen von Kopf und Pfanne am Hüftgelenk),
  • durch Gelenkentzündungen (z.B. rheumatische Gelenkerkrankungen)
  • oder durch vorzeitige Alterung (Verschleiß) bei entsprechender Veranlagung (Knorpelschwäche als Arthrosegrundlage).